Viele wollen es können, jedoch nur einige können es richtig. Darum dachten wir uns, wir schreiben euch einen Artikel wie du lernst einen Wheelie zu fahren. Grundsätzlich wollen von vorn anfangen:

Was ist ein Wheelie?

Ganz allgemein gesagt ist ein Wheelie nichts anderes, als das Fahren auf dem Hinterrad. Ein Wheelie ist jedoch nicht gleich ein Wheelie. Es gibt Unterschiede bei der Ausführung. Dabei unterscheidet man zwischen sogenannten Powerwheelies, Gaswheelies, Kavalierstart-Wheelies.

Powerwheelie

Wheelie im StehenEin Powerwheelie kommt vor allem im Rennsport vor und ist das leichte Abheben des Vorderrades beim Beschleunigen aus einer Kurve. Dies passiert vor allem häufig bei Supersportlern in MotoGP-Klassen. Diese Motorräder haben oft weit über 200 PS, da kann es schon mal passieren, dass beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve sich das Vorderrad leicht anhebt. Im Motocross-Sport kann man dies auch des öfteren beobachten sind jedoch eher bei den „Renn-Maschinen“ vorzufinden.

Gaswheelie

Durch plötzliches Aufreißen des Gasgriffes ermöglicht man bei dieser Methode das Fahren auf dem Hinterrad. Diese Art des Wheeliefahrens bezeichnet man als Gaswheelie. Um solch einen Wheelie durchführen zu können, benötigt man ausreichend Leistung seiner Maschine. Bei niedriger Leistung oder höherer Geschwindigkeit, ist es nützlich mit dem eigenen Körpergewicht und dem Reißen am Lenkrad nachzuhelfen, um das Vorderrad in die Luft zu heben.

Kavalierstart-Wheelie

Auch Kupplungs-Wheelie genannt, man kuppelt aus, und bringt die Drehzahl in die Höhe. Gleichzeitig ist ein sehr zügiges wieder ein kuppeln erforderlich um das Vorderrad in die Luft zu bekommen. Dafür ist gutes Timing notwendig. Dennoch ist diese Art des Wheelie Fahrens eine der meist verbreitetsten​ und anspruchsvollsten, da es hier auf die richtige Technik, Timing und Feingefühl ankommt.

Was muss ich vor dem Wheelie fahren beachten?

Eins solltest du auf jeden Fall nicht tuen: gleich rauf aufs Moped und los. Vorab gibt es noch ein zwei Punkte auf die du achten solltest.

Bekleidung

Wheelie OnboardAchte bitte beim Fahren auf eine Motocross-Konforme Bekleidung – Helm, Stiefel und Protektoren retten Leben und beugen schweren Verletzungen vor! Viele gehen viel zu leichtsinnig mit solch einer Thematik um. Deswegen ist es umso wichtiger, dass du dich vor Schnittwunden, Brüchen, Prellung schützt. Gerade beim üben von Wheelies solltest du zusätzlich auf einen gut passenden Brust-/Rückenpanzer, Armprotektoren sowie einen Nackenschutz achten. Falls du nämlich hinten überkippen solltest, ist das dein einziger Schutz!

Maschine

Zu deiner Maschine gibt es nur eins zu sagen, check die Funktionalität der Bremsen und fahre nicht im kalten Zustand los, sondern lass deine Maschine erst auf Betriebstemperatur kommen und steige dann erst auf.

Umfeld

Wenn du gerade erst Anfängst mit dem Wheelie Fahren, dann empfiehlt es sich eine flache Umgebung als Startpunkt zu wählen. Des Weiteren sollte dein Übungsumfeld eine leichte Steigung bieten an der du das Fahren üben kannst. Bergauf ist das Wheelie Fahren für den Anfang leichter, da man schneller zum Kipppunkt gelangt und der Weg des Vorderrades wesentlich kürzer ist.

WICHTIG: Wheelies haben auf öffentlichen Straßen nichts zu suchen. Weder in Stadt noch auf dem Dorf! Du gefährdest damit nicht nur dich selbst, sondern auch unschuldige in deiner unmittelbaren Umgebung. Übe und fahre deine Wheelies nur auf abgesperrten Strecken!

Wie fahre ich einen Wheelie?

Jetzt wird es spannend. Die kleine Anleitung richtet sich am Beispiel vom Kavalierstart-Wheelie (Kupplung springen lassen). Da das die meist genutzte Methode ist.

Wheelie im SitzenEs empfiehlt sich am Anfangen in den ersten Gängen zu üben. So kannst du besser ein Gefühl für die Empfindlichkeit deiner Maschine mit dem Vorderrad in der Luft bekommen. Später kannst du die selbe Technik auch bei höheren Geschwindigkeiten, in höheren Gängen anwenden. Denke jedoch an die Schutzkleidung und werde nicht gleich nach ersten kleinen Erfolgen übermütig!

  1. Fahre im ersten Gang leicht bergauf.
  2. Lege deinen Fuß auf die Hinterradbremse. Die ermöglicht dir beim eventuellen Überkippen das Vorderrad wieder auf den Boden zu bekommen. Solltest es brenzlig werden, dann zöger nicht diese auch zu betätigen.
  3. Beschleunige im ersten Gang, bis du deine Drehzahl auf circa. ein Drittel deiner Gesamtleistung gebracht hast.
  4. Ziehe dann mit max. zwei Fingern die Kupplung, erhöhe das Gas und lass deine Kupplung wieder springen (Einkuppeln). Es wird ein kleinen Schub geben und dein Vorderrad schießt in die Luft. Das muss ziemlich zügig passieren und erfordert einiges an Übung. 
  5. Achte beim Wheelie Fahren auf einen geraden Rücken und ausgestreckten Armen. Diese geben dir Stabilität.
  6. Du hast die Möglichkeit mit deinem Körper eine eventuelle Schräglage beim Wheelie Fahren auszugleichen (Wind und co.). Verlagere dein Gewicht, durch das Herrausstrecken eines Knies in die Gegenrichtung wohin du abkippst. Dies ist ein ständiges hin und her, was du auch einfach Üben musst.

Tipp: Wenn du dir sicher bist, dass du das Vorderrad in die Luft bekommst, dann trete mit Absicht mal auf die Hinterradbremse. Damit stellst du sicher, dass du auf diese vertrauen kannst und im Notfall auch beherrscht.

Fange erst langsam an und steigere dich erst dann mit dem Gas geben, wenn du dich an diesen Schub gewöhnt hast. Durch das Variieren vom Gas geben und Gas wegnehmen entscheidest du, ob dein Vorderrad sinken soll (Gas wegnehmen) oder ob es wieder/weiter steigen soll (Gas geben). Wenn du über den Kipppunkt gerätst, hilft dir der Tritt auf die Hinterradbremse, um das Vorderrad wieder weiter runter zu bekommen. Somit kannst du dann später beliebig lang auf einen Rad fahren.

Wenn du immer sicherer bist, dann solltest du natürlich auch mal deine Umgebung ändern und dich nach anderem Terrain umschauen. Dann kommen natürlich weitere Schwierigkeiten auf dich hinzu, welche du ausbalancieren musst (unebener Boden, Gefälle etc. ). Alles eine Übungssache 🙂

Falls du noch weitere Tipps haben solltest, dann schreibe doch gerne ein Kommentar.

Anbei noch ein Video von David Bost, der diese Thematik noch einmal kurz und knapp zusammenfasst und visuell gut darstellt.
Bild vom Wheelie

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